WILDE HUNDE Ausgabe 3-2017

WILDE HUNDE Ausgabe 3-2017

WILDE HUNDE Ausgabe 3-2017

Angeln in der City, zwischen Graffitis und Industrie-Ruinen ist das eine. Dass dahinter ein ganzer Lifestyle steckt, hat Tobias Thimm von einem Streetfisher-Team mitten in Düsseldorf erfahren.

Reifen quietschen. Kreischend steigen fünf grüne Papageien in den orangenen Morgenhimmel auf. Längst haben Tausende der Halsbandsittiche die Stadttauben in Düsseldorf verdrängt. Zwei Sicherheitsbeamte in schwarzen Lederjacken springen aus einem dunklen BMW. Im Kofferraum toben Schäferhunde. Ihr Sabber läuft an den beschlagenen Scheiben herunter. „Ausweise!“, lautet kurz und knapp die Aufforderung der Securities. Schnell die Brieftaschen raus. Verdammt, die Abkürzung über die alte Fabrikanlage war keine gute Idee. Als die Wachmänner erkennen, dass wir keine Schrottdiebe sind, sondern nur brave Angler in wildem Outfit, ist die Situation geklärt.

Sie sind jung, weltweit vernetzt und suchen die Herausforderung. Sie treffen sich irgendwo in der Wildnis und verlassen ausgetretene Zivilisationspfade. Ihr Ziel: Dem Ursprung der Jagd und der Natur wieder näherzukommen.

Heiko Hornung

Byron und Darryl konnten Lise nicht vergessen. Drei Wochen lang waren sie mit ihr und neun anderen jungen Jägern nordwestlich von Alesund in Norwegen jagen und fischen. Drei Wochen im September, in denen sich unter den jungen Leuten ein starkes Band gebildet hatte. Sie verstanden einander. Hatten einen gemeinsamen Begriff davon, was es heißt, Jäger zu sein. Sie erfuhren, was das Land zu bieten hat, und das bedeutete nicht nur die Stücke zu zählen, die sie erbeutet hatten. Begeistert beobachteten sie Moschusochsen. Diese eiszeitlichen Heroen des Nordens gibt es in Norwegen erst wieder seit dem Zweiten Weltkrieg, als sie dort ausgewildert wurden.

Auf der Bogenjagd hängt alles von einem einzigen präzisen Schuss ab. Geht der vorbei, kannst du auf die nächste Gelegenheit lange warten. Fabian Alexi hat von Ingo Kuhn gelernt, wie er mit dem Bogen sicher tödlich trifft.

Knurren, Keifen, Raufen. Ingos Terrier-Mädels heizen meinem Rüden ordentlich ein. Sie flitzen im Redneckpoint hin und her. Draußen ist es trüb. Es regnet heute nur einmal. Verdammt, wer hat nur dieses Scheißwetter bestellt? Alles Jammern hilft nichts, wir müssen raus. Winkelschüsse und reale Jagdbedingungen finden wir nur im Busch.

„Konzentrier dich beim Schießen. Entscheidend ist, dass du einen möglichst langen Schnitt durch die Kammer erzeugst. So tötet dein Pfeil effektiv und schnell“, rät mir Ingo, als wir seinen Laden verlassen. Er wirft sich seinen Poncho über, schwingt sich auf das ATV mit dem 3D-Ziel auf der Ladefläche und gibt ordentlich Kitt…

„theHunter: Call of the Wild“. So heißt ein brandneues Jagdsimulationsspiel für den Computer. In einer Multiplayer-Challenge sind wir dem Ruf der virtuellen Wildnis gefolgt und haben echte Grünröcke gegen fingerfertige Gamer zocken lassen.

Lukas Braunroth

Leise pirscht sich der Jäger ans Wild. Seit mehreren Minuten hängt er der Fährte nach. Geduld ist angesagt, keine Fehler machen, sonst springt es ab. Dann erscheint es im Absehen. Luft anhalten, nicht wackeln! Der Finger tippt auf die Maustaste. Der Schuss bricht. Bock tot. Am Stück wird der Treffer analysiert: Effizienz- und Ethikbonus jeweils 100 Prozent. Treffer auf dem linken Lungenflügel. Genug Erfahrungspunkte, mit dem sich der Charakter des Jägers im Spiel weiterentwickeln kann. Es ist still. Nur vereinzeltes Tippen auf den Tastaturen ist zu hören. Vier Spieler haben sich zu einem Online-Jagdabenteuer verabredet. Sie sind hoch konzentriert…

Stichwort Kabelbinder: An was denkst du zuerst? Handschellen in Leichtbauweise – stimmt‘s? Aber die kleinen Plastik-Strapse können noch viel mehr, als Kabel und Handgelenke zu verzurren. Peter Schmitt hat sieben Einsatz-Tipps zusammengestellt.

Kabelbinder sind in unterschiedlichen Stärken, Längen, Farben und Materialien erhältlich. Die aus Kunststoff sind – bis auf die ganz dicken Oschis – leicht, biegsam, dadurch handlich, und passen deshalb in jede Hosen-, Jacken- oder Rucksacktasche. Eine Handvoll dabeizuhaben, kann also nie schaden. Sollten sie für einen Einsatzzweck einmal zu kurz geraten sein, kannst du sie einfach ineinanderschieben und somit beliebig verlängern. Die kleinen Multifunktionswerkzeuge sind zwar praktisch, aber auch Einwegprodukte. Sind sie einmal zugezogen, muss man sie in der Regel zerschneiden, um sie wieder zu lösen. Deshalb solltest du, wenn sich im Alltag die Möglichkeit bietet, auf Mehrwegalternativen zurückgreifen – der Umwelt zuliebe.

0 votes
Profilbild von Admin

Author: Admin

Diesen Artikel teilen:

Kommentar absenden