Jagd und Hege zugunsten der Biodiversität

Jagd und Hege zugunsten der Biodiversität

SCHWEIZER MUSEUM FÜR WILD UND JAGD

Vom Artenreichtum in der Natur profitieren Mensch, Tier und Pflanze. Mit Hegemassnahmen beteiligt sich die Jägerschaft an der Förderung der Biodiversität, doch noch immer stehen zahlreiche, wertvolle Tierarten unter Druck. Was kann getan werden?

Mit Nicole Imesch, Bern

Bild: Gamsgeiss mit Jungtier Bildquelle: Berner Jägerverband BEJV

Mit dem Artenschutz in der Schweiz steht es nicht zum Besten, noch immer sind viele wertvolle Tier- und Pflanzenarten bedroht, oder sterben ganz aus. Eines der zentralen Anliegen der heutigen Jagd ist der Artenschutz – und das macht Sinn, denn Jägerinnen und Jäger kennen die Wechselwirkungen zwischen Wildtier und Umwelt genau. Allein im Kanton Bern wurden im Jahr 2016 über 30‘000 Hegestunden geleistet, 2844 Personen beteiligten sich an Hegemassnahmen.
Doch die jagdliche Hege sollte sich nicht auf jagdbare Wildtiere, wie Gämse, Reh oder Hirsch, beschränken. Denn für ein intaktes Ökosystem braucht es die Gesamtheit seiner Komponenten mit ihren vielseitigen und komplexen Wechselwirkungen. Und es braucht Lebensräume mit einem genügenden Nahrungs- und Deckungsangebot sowie der Möglichkeit für Wanderungen und Austausch zwischen Wildtier-Populationen. Ein gut funktionierendes Ökosystem kann kommende Herausforderungen, wie den Klimawandel, besser abfedern und ist selbstregulierend. Davon profitiert auch die Jäger- und die Landwirtschaft, zum Beispiel dadurch, dass weniger Pestizide eingesetzt werden müssen, oder durch einen besseren Gesundheitszustand der Wildtierpopulationen.
An der Abendführung vom 29. Juni erfahren wir auf einer spannenden Tour durch die Ausstellungen im Schloss mit ihren eindrucksvollen Wildtier-Präparaten, sowie durch Teile des Schlossparks, wie die Lebensbedingungen unserer jagdbaren – aber auch der geschützten – Wildtiere, verbessert werden.
Was kann die Jagd selbst beitragen, was bedeutet moderne jagdliche Hege? Mit welchen Massnahmen können Lebensräume aufgewertet oder bestimmte Tierarten gezielt gefördert werden? Und welchen Beitrag leisten die Grossraubtiere für ein funktionierendes Ökosystem? Welche Themen sollten bei der Ausbildung der Jungjägerschaft besonders in den Fokus gestellt und wie kann das bestehende jagdliche Hegeangebot diversifiziert werden?
Die Referentin Nicole Imesch ist Biologin und Jägerin. Nach Studien an den Universitäten von Fribourg, Neuchâtel und Christchurch, (NZ) war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin der Sektion Jagd, Wildtiere und Waldbiodiversität im Bundesamt für Umwelt BAFU. Heute führt sie das Umweltberatungsbüro ‚Wildkosmos‘ mit Hauptgewicht auf Wildbiologie, Waldökologie, speziell Jagd- und Wildtiermanagement. Sie ist Präsidentin der Schweizerischen Gesellschaft für Wildtierbiologie (SGW) und wohnt im Emmental.

Jagd und Hege zugunsten der Biodiversität – Führung mit Nicole Imesch, Wildtierbiologin und Jägerin
Das Schweizer Museum Naturhistorisches Museum
für Wild und Jagd der Burgergemeinde Bern
wird betreut durch: Bernastrasse 15
CH-3005 Bern
Telefon 031 350 71 11
Telefax 031 350 74 99

Donnerstag, 29. Juni 2017 – 19.30 bis ca. 21.00 Uhr – Schloss Landshut
Eintritt Fr. 7.- / 6.- / 1.-, Dauer ca. 1,5 Stunden
Nach dem Vortrag besteht die Möglichkeit, mit der Referentin zu diskutieren.

Schloss Landshut – Schweizer Museum für Wild und Jagd
Schlossstrasse 17, 3427 Utzenstorf
032 665 40 27 – info@schlosslandshut.chwww.schlosslandshut.ch
Sonderausstellung „Grenzenlose Wildnis – Tiere auf Wanderschaft“
Öffnungszeiten Schloss und Museum
Dienstag bis Samstag 14 – 17 Uhr, Sonntag 10 – 17 Uhr
Geschlossen Montag, sowie 1. August und Bettag 17. September
Saisondauer 14. Mai bis 15. Oktober 2017
Eintritt
Erwachsene Fr. 7.- / Fr. 6.- AHV/IV, Kollektiv (ab 20 Personen)
Kinder bis 6 Jahre gratis, Jugendliche bis 16 Jahre Fr. 1.-
Führungen auf Anfrage, Dauer zirka 1 Stunde (Fr. 100.-)
Auskunft
Andreas Ryser, Konservator Schweizer Museum für Wild und Jagd, Schloss Landshut,
079 350 87 73

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