Die Jagd hat einen besonderen Stellenwert für mich

PM DJV 12.07.2017

Karolin Klar hat Anfang Juli ihren ersten internationalen Wettkampf im jagdlichen Schießen absolviert. Bei der Europameisterschaft in Ungarn hat sie den 4. Platz erreicht. Die 27-Jährige aus Tecklenburg (Nordrhein-Westfalen) spricht mit dem Deutschen Jagdverband  über Ihre Erlebnisse.

Karolin Klar

Wie haben Sie die Siegerehrung bei der Europameisterschaft erlebt?

Karolin Klar: Ich war sehr aufgeregt! Die Ergebnisse kamen erst nach und nach rein. Als klar war, dass es der 4. Platz geworden ist, war ich super glücklich. Ich freue mich, dass ich mein Potenzial in diesem starken Starterfeld zeigen konnte. Die Stimmung war sehr gut, ich habe mich auch sehr über die Erfolge der anderen Damen gefreut. Vor allem natürlich auch über unsere Gold- und Bronzegewinner der Veteranenklasse. Die Leistung aller deutschen Schützen ist hoch anzuerkennen.

Also ist der 4. Platz ein Erfolg für Sie oder schwingt auch etwas Wehmut über den knapp verpassten Podiumsplatz mit?

Der 4. Platz ist eine super Leistung! Trotz des heißen Wetters – es war bis zu 36 Grad Celsius warm – konnte ich mein Ziel, die 700-Punkte-Marke zu knacken, erreichen. Bei solcher Hitze und Anspannung bei so einem Wettkampf muss man die Nerven behalten. Ich denke, das ist mir gut gelungen. Bei den Wurfscheiben habe ich im Schnitt 20 von 25 möglichen geschossen, das war klasse!

Die Europameisterschaft war Ihr erster internationaler Wettkampf. Ist das aufregender als ein Wettkampf in der Heimat?

Auf jeden Fall! Zumal auf europäischen Wettkämpfen ja andere Disziplinen, wie der Compak-Parcours oder die Gams am Pirschstock geschossen werden. Das macht mir riesigen Spaß – darauf habe ich mich richtig gefreut. Zu den Kugelbahnen ging es dann auch mal landestypisch mit der Pferdekutsche. Außerdem war ich sehr glücklich darüber, von zwei teilnehmenden Freunden aus Hamburg und der Lüneburger Heide nach Ungarn begleitet zu werden. Die haben sich toll um mich gekümmert, sodass ich mich voll und ganz auf das Schießen konzentrieren konnte.

Wie haben Sie das Land und die Menschen dort erlebt?

Die Menschen in Ungarn sind sehr gastfreundlich. Ich war schon des Öfteren dort zur Jagd und habe immer wieder nette Menschen kennengelernt. Für mich persönlich ist es wichtig, sich in einem anderen Land auch auf Kultur und Leute einzulassen, um neue Eindrücke zu gewinnen. Das gilt auch für das Essen: Wir haben einige lokale Spezialitäten probiert und waren rundum zufrieden. Es war eine tolle Zeit in Ungarn.

Wie sieht der Alltag einer Jagd-Schützin aus, welchen Stellenwert nimmt die Jagd in Ihrem Leben ein?

Die Jagd hat einen besonderen Stellenwert für mich. Ich habe diese Leidenschaft mittlerweile zum Beruf gemacht und arbeite bei der Waffen Rolf Schönlein GmbH in Ibbenbüren. Ich bin also täglich mit dem Thema beschäftigt. Das Training versuche ich so oft wie möglich zu absolvieren, meistens am Wochenende. Darüber hinaus sehe ich aber auch die Wettkämpfe als Trainingseinheiten und versuche mich stets zu verbessern. Dabei gilt mein persönlicher Dank Rolf Schönlein und Mark Ganske, aber auch allen anderen, die für mich da sind und mich unterstützen.

Wie geht es für Sie weiter? Wann steht der nächste Wettkampf an?

Derzeit trete ich als Einzel-Schützin und mit der Damenmannschaft Warendorf bei der Landesmeisterschaft von Nordrhein-Westfalen an. Im September folgt die Bundesmeisterschaft in Garlstorf. Ich bin optimistisch im Hinblick auf die anstehenden Herausforderungen.

Die Europameisterschaft im jagdlichen Schießen
Der Wettkampf findet ein Mal pro Jahr statt. Die Ausrichter-Länder wechseln dabei. Zuvor waren Slowenien (2016) und Tschechien (2015) Gastgeber. Neben den klassischen Disziplinen gibt es zusätzliche wie Gams am Pirschstock, Keiler laufend von links nach rechts und den Compak-Parcours im Wurfscheibenschießen. Insgesamt können maximal 800 Punkte erreicht werden. Die Ergebnisliste der Europameisterschaft 2017 finden Sie hier.
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